Gemeinde Hirzenhain - Projekte
Gestaltung einer Erlebnismeile in Hirzenhain
Im Zuge der Vorbereitungen zur Landesgartenschau 2027 wurde im Jahr 2024 eine Machbarkeitsstudie für die Gemeinde Hirzenhain erstellt. Die Studie untersucht insgesamt 13 Flächen in Hirzenhain und den angrenzenden Ortsteilen und bewertet deren Potenziale für eine zukünftige Aufwertung. Ziel ist es, eine zusammenhängende Erlebnismeile zu entwickeln, die die Grünräume stärkt, die Aufenthaltsqualität verbessert und die Lebensqualität innerhalb der Gemeinde und der gesamten Region nachhaltig steigert. Erarbeitet wurde die Studie vom Landschaftsarchitekten Christian J. Wiegand.
Sechs der Flächen liegen im Fördergebiet „Lebendige Zentren“ und sollen mithilfe von Fördermitteln aus dem Städtebauförderprogramm entwickelt werden. Dabei handelt es sich um Bereiche rund um die Kirche und Apotheke, das Rathaus und den Stauweiher sowie um den Festplatz und kleinere Grünflächen im Bereich der Karl-Birx-Straße. Diese Orte sollen zukünftig gestalterisch aufgewertet werden und vielfältige, barrierefreie Nutzungsmöglichkeiten für alle Generationen bieten.
Ein besonderer Fokus liegt auf einer klimaangepassten und nachhaltigen Gestaltung. Vorgesehen sind unter anderem neue Aufenthaltsbereiche mit Sitzgelegenheiten, kindgerechte Spiel- und Bewegungsangebote sowie eine Bepflanzung mit heimischen und standortgerechten Arten, die zur Förderung der Biodiversität beiträgt. Durch eine Verringerung der Versiegelung, schattenspendende Bäume sowie Flächen zur Versickerung und Verdunstung sollen die Auswirkungen des Klimawandels berücksichtigt werden. Die Neugestaltung des Ufers am Stauweiher soll zudem die Erlebbarkeit des Gewässers erhöhen und die Qualität des Freiraums steigern.
Für die konkrete Ausarbeitung der Gestaltungsentwürfe wurde im Dezember 2025 durch die Gemeinde eine Arbeitsgemeinschaft aus zwei Planungsbüros beauftragt. Ziel ist es, für alle sechs Teilbereiche eine einheitliche und ortsbildprägende Gestaltung zu entwickeln, die die Ortsmitte spürbar stärkt. Neben den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie fließen auch die Erkenntnisse aus der im Jahr 2023 durchgeführten Bürgerbeteiligung in die weiteren Planungen ein.
Im Laufe des Jahres 2026 sind öffentliche Veranstaltungen geplant, bei denen die Planungsbüros und die Gemeinde die aktuellen Planungen vorstellen und mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen werden. Die Umsetzung der baulichen Maßnahmen soll zum Beginn der Landesgartenschau 2027 abgeschlossen sein.
Neuausrichtung Buderus Park Hirzenhain
Der großflächige Buderus-Park im Norden des Programmgebietes in Hirzenhain stand über mehrere Jahre nahezu leer. Insbesondere das größte Gebäude hat eine herausragende ortsbildprägende Bedeutung auf die Gemeinde. Die umliegenden Außenflächen haben erhebliches Potenzial zur Verbesserung der Wirkung des Kernbereiches. Es besteht ein großes Interesse, die stadthistorischen Gebäude langfristig zu erhalten und das industrielle Ensemble zukünftig weiterzuentwickeln. Ziel ist es daher, den Leerstand im Buderus-Park zu beheben.
Schaffung einer Dorfmitte Hirzenhain
Die Gemeinde Hirzenhain weist gegenwärtig keine deutlich erkennbare Dorfmitte auf, was einen grundlegenden Bedarf an städtebaulichen und strukturellen Maßnahmen darstellt. Als potenzielle Fläche zur Entwicklung einer Dorfmitte bietet sich das Gelände der ehemaligen Dorfmitte an, insbesondere das Areal rund um die Klosterkirche und das ehemalige Konsumgebäude.
Das Ziel besteht darin, eine belebte Mitte zu gestalten, die den Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht, die Grundversorgung sicherstellt und über ansprechende öffentliche Räume verfügt, die zudem den künftigen Anforderungen des Klimaschutzes gerecht werden. Um sich der Aufgabenstellung inhaltlich zu nähern, hat im Juli 2023 eine Bürgerbeteiligungsveranstaltung stattgefunden. Dabei konnten Interessierte Ihre Ideen im „Sandboxverfahren“ mit einem Modell der Dorfmitte darstellen und die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten diskutieren. Die Ergebnisse wurden in einer Broschüre festgehalten und sollen in die weitere Projektplanung und -umsetzung einfließen.
Machbarkeitsstudie Kreisverkehrsanlage auf der B275/L3183
Im September 2024 wurde die Ingenieurgesellschaft Habermehl Follmann mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie für eine Kreisverkehrsanlage am Knotenpunkt B275/L3183 beauftragt. Schwerpunkt der Untersuchung war die nördlich gelegene Kreuzung Buderusstraße/Nidderstraße. Eine Verkehrszählung ergab ein tägliches Verkehrsaufkommen von rund 8.060 Fahrzeugen, darunter etwa 515 Fahrzeuge des Schwerverkehrs (6,5 %).
Im Januar 2025 stellte das Planungsbüro drei Varianten für eine mögliche Kreisverkehrsanlage mit Durchmessern von 30, 28 und 26 Metern vor. Nach erster Bewertung wurden die Varianten mit 30 Metern und 28 Metern Durchmesser als Vorzugsvarianten ausgewählt und im April 2025 an Hessen Mobil zur fachlichen Prüfung und Einschätzung übermittelt. Die Rückmeldung von Hessen Mobil mit verschiedenen Anpassungswünschen wurden in die weitere Planung eingearbeitet. Die Planung wurde anschließend fertiggestellt und der Gemeindevertretung am 2. Februar 2026 vorgestellt.
Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass eine Kreisverkehrsanlage insbesondere aus Gründen der Verkehrssicherheit sinnvoll sein kann. Durch geringere Fahrgeschwindigkeiten sowie barrierefreie und sichere Querungsstellen für den Fußverkehr könnte die Situation am Knotenpunkt verbessert werden.
Als Vorzugsvariante wurde die Variante mit 28 Metern Durchmesser ausgewählt, da sie eine gute Befahrbarkeit gewährleistet, die geringste zusätzliche Flächenversiegelung verursacht und zugleich sichere Querungsmöglichkeiten bietet.
Der Abschlussbericht zur Machbarkeitsstudie wurde im März 2026 vorgelegt. Auch wenn ein Umbau aus Kapazitätsgründen nicht zwingend erforderlich ist, könnte ein Kreisverkehr zu einer deutlichen Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen. Darüber hinaus sollen weitere Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation am Knotenpunkt geprüft werden.
Bestandsanalyse der Kreuzungssituation B275/L3183 (Quelle: Habermehl & Follmann)
Studie Kreisverkehr Variante 28 Meter (Quelle: Habermehl & Follmann)









