Stadt Ortenberg - Projekte

Städtebaulicher Ideenwettbewerb Herrngartengelände und Stadtmitte Ortenberg

Das Herrngartengelände, der Marktplatz und der Carl-Fries-Platz zählen zu den wichtigsten Entwicklungsräumen der Stadt Ortenberg. Während die Flächen jährlich für den Kalten Markt genutzt werden, dienen das Herrngartengelände und der Marktplatz außerhalb der Veranstaltungszeiten überwiegend als Parkplatz und weisen Defizite hinsichtlich Aufenthaltsqualität, Begrünung, Verkehrssicherheit und städtebaulicher Gestaltung auf. Gleichzeitig bieten die zentral gelegenen Bereiche großes Potenzial für die Schaffung attraktiver öffentlicher Freiräume, die Stärkung der Innenstadt und eine bessere Vernetzung von Altstadt, Nidder und Stadtmitte.

Herrngartengelände

Verfahren des Ideenwettbewerbs

Zunächst wurde 2022 ein Realisierungswettbewerb für das Herrngartengelände beantragt und bewilligt. Mit der Wettbewerbssteuerung wurde im Dezember 2022 das Büro GrüningerArchitekten aus Darmstadt beauftragt. Nach eingehender Prüfung der Rahmenbedingungen wurde jedoch deutlich, dass die Voraussetzungen für einen klassischen Realisierungswettbewerb mit Umsetzungsverpflichtung derzeit nicht gegeben sind. Insbesondere fehlendes Planungsrecht, offene Förder- und Finanzierungsfragen sowie die besonderen Anforderungen des Kalten Marktes führten dazu, dass das Verfahren als städtebaulicher und freiraumplanerischer Ideenwettbewerb durchgeführt wurde. Außerdem wurde deutlich, dass die verschiedenen Freiräume in Ortenberg einmal gemeinsam betrachtet werden müssen, um ein schlüssiges Gesamtkonzept zu erhalten.

Ziel des Ideenwettbewerbs war es, langfristige Entwicklungsperspektiven für die zentralen Bereiche Ortenbergs aufzuzeigen und eine fundierte Grundlage für zukünftige Planungen und Bebauungsplanverfahren zu schaffen. Der Wettbewerb wurde als nichtoffenes Verfahren durchgeführt, bei dem sich die Planungsbüros aus den Fachrichtungen Stadtplanung und Landschaftsarchitektur zuerst in einem vorgeschalteten Teilnahmewettbewerb qualifizieren mussten.

Mit der Veröffentlichung der Auslobung im Januar 2026 startete das Wettbewerbsverfahren. Bis Ende April 2026 erarbeiteten die teilnehmenden Büros auf Grundlage einer umfassenden Analyse der örtlichen Rahmenbedingungen ihre Entwurfskonzepte für die zukünftige Entwicklung des Kernbereichs in Ortenberg. Insgesamt reichten zehn Planungsteams aus ganz Deutschland ihre Arbeiten in anonymisierter Form ein.

Die eingereichten Beiträge wurden am 2. Juni 2026 im Rahmen einer Preisgerichtssitzung von Fach- und Sachpreisrichterinnen und -richtern bewertet. Neben den Mitgliedern des Preisgerichts nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Gremien sowie regionaler Institutionen an der Vorstellung der Ergebnisse teil. Die öffentliche Preisverleihung fand am 9. Juni 2026 im Bürgerhaus Ortenberg statt.

Ergebnisse des Ideenwettbewerbs

Mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurden Lohrer.Hochrein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner GmbH (München). Den zweiten Preis erhielten Thomas Schüler Architekten Stadtplaner (Düsseldorf) gemeinsam mit GTL Landschaftsarchitektur Triebswetter, Mauer, sowie Bruns Partner mbB (Kassel). Der dritte Preis ging an Loth Städtebau und Stadtplanung (Siegen) sowie Schmidt Freiraumplanung (Hachenburg).

Der mit dem 1. Preis ausgezeichnete Entwurf von Lohrer.Hochrein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner GmbH aus München überzeugte das Preisgericht durch seine klare städtebauliche Konzeption und die gelungene Verbindung von Altstadt, Nidderaue und Stadtmitte. Besonders positiv bewertet wurden die Aufwertung des Carl-Fries-Platzes, die hohe Aufenthaltsqualität auf dem Marktplatz sowie die klimaangepasste Gestaltung der öffentlichen Räume. Darüber hinaus zeigt der Entwurf eine realistische Entwicklungsperspektive für das Herrngartengelände und liefert überzeugende Ansätze für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung.

Ausblick

Mit dem Ideenwettbewerb wurden grundlegende städtebauliche und freiraumplanerische Entwicklungsperspektiven für die Stadt Ortenberg erarbeitet. Die Ergebnisse werden nun in den städtischen Gremien beraten.

Auf Basis der Wettbewerbsergebnisse sollen schrittweise konkrete Maßnahmen entwickelt, priorisiert und im Einklang mit den Rahmenbedingungen des Städtebauförderprogramms „Lebendige Zentren“ weitergeführt werden.

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